Die Wurzeln meiner Schwedenliebe in Värmland

2002 Lundsberg (Värmland)

Es gibt Reisen, die vergisst man nie, auch wenn die Details mit den Jahren verblassen. Für mich war das Jahr 2002 so ein besonderes. Ich war noch ein Teenager, als ich zum ersten Mal schwedischen Boden betrat. Ein Familienurlaub, nichts Außergewöhnliches auf den ersten Blick. Und doch: Diese Reise war der Anfang von etwas, das bis heute in mir weiterlebt – meiner Liebe zu Schweden. Damals hatten meine Eltern über Bekannte ein Ferienhaus organisiert. Es lag in einem kleinen Ort namens Lundsberg, tief eingebettet in die Wälder der Provinz Värmland, unweit des Klarälven-Flusses. Schon die Anreise war ein kleines Abenteuer - lange Autofahrten, Fähre, Landstraßen, und dann endlich das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Ich erinnere mich an die dichten Wälder und das romantische Licht der langen Sommertage. Lundsberg ist kein typischer Urlaubsort, soweit ich mich erinnern kann. Bekannt ist der Ort vor allem durch das Internat Lundsbergs Skola, eine der traditionsreichsten Eliteschulen Schwedens. Der kleine Ort selbst liegt abseits der Touristenpfade und genau das machte ihn für mich so besonders. Hier war alles stiller, ruhiger, echter. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, aber ich weiß, dass ich mich damals mit einem Freund im Angeln versucht habe und das auf die ungewöhnlichste Art und Weise. Mit Käse, Brot und Birkenstock. Und ich erinnere mich an einen Elch, der plötzlich im Garten stand und an einen Wald, durch den meine Eltern eigentlich mit dem Fahrrad fahren wollte, dann aber umgedreht sind,. Mein Vater hatte im Haus Flyer zu Bären gelesen und so setzte das Kopfkino ein. Nach ein wenig Überzeugung sind sie dann auf das Auto umgestiegen. Das war ein wirklich toller Urlaub. Seit 2002 habe ich andere Länder bereist, viele Städte gesehen, aber nach Schweden bin ich nie zurückgekehrt. Es war nicht so, dass ich nicht wollte. Ganz im Gegenteil. Aber es kam viele Jahre dann doch irgendwie immer anders und so half mir Astrid Lindgren immer mal wieder, in Gedanken in mein Sehnsuchtsland zu reisen. Im Jahr 2020 war es endlich so weit: Eine Reise nach Halmstad war gebucht. Dieses Mal ohne Eltern und mit der eigenen Fanilie, mit dem festen Vorsatz, die Erinnerungen von damals mit neuen Eindrücken zu verweben. Doch dann kam Corona und mit ihm das große Innehalten. Die Koffer blieben im Schrank und der Traum erneut verschoben. Und doch hat mich Schweden nie losgelassen. Vielleicht ist es gerade das, was mich immer wieder zu diesem Land hinzieht.


26.05.2025 Lundsberg (Värmland)

Auf dem Weg von Nordschweden zurück in den Süden bot es sich mit Blick auf die Routenführung an, einmal in Lundsberg vorbeizuschauen. 23 Jahre später. Dort, wo meine Leidenschaft und Begeisterung für Schweden begann. Es war ein schönes Gefühl mit kleinen Erinnerungen an damals. Und ein wenig spannend war es dann zusätzlich. Ich fragte mich, wie es mir morgens um 4 Uhr gelingen könnte, ein Foto vom Haus aufzunehmen ohne einen Eindruck zu erwecken, den ich nicht entstehen lassen wollte. Ich habe einen guten Weg gefunden.